Ist das Patiententestament im Notfall zu beachten?

Problematisch ist, dass in einem Notfall eine vorhandene rechtlich wirksame Patientenverfügung oft nicht vorhanden, d.h. greifbar ist und in der Eile auch nicht ermittelt werden kann. Beim Verbot der Wiederbelebung muss jedoch unbedingt festgestellt werden, ob der Verfügende diese Wiederbelebungsmaßnahmen nicht nur für den Fall seines Siechtums verboten hat. Es kann durchaus sein, dass er keine Einwände gegen notärztliche Maßnahmen bei einem Unfall oder plötzlichen Anfall erheben wollte. Des Weiteren kann man in der Eilsituation eines Notfalls nur schwer feststellen, ob eine vorliegende Verfügung gültig ist und den zuletzt geäußerten Willen des Patienten richtig widerspiegelt. Die Lösung läge darin: ebenso wie ein Organspendeausweis könnte ein bei sich getragener enthaltener Hinweis auf das Bestehen und den Verwahrer einer Patientenverfügung ungewollte Notfallmaßnahmen wenigstens teilweise verhindern. Dieses Verfahren wird bereits in der Schweiz praktiziert.